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Trieben
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Trieben ist eine österreichische Stadt im Gerichtsbezirk bzw. Bezirk Liezen in der Steiermark. Sie hat 3297 Einwohner (Stand 1. Jänner 2025).

Von wirtschaftlicher Bedeutung sind der Tourismus mit Hohentauern und die Magnesitverarbeitung. Die Bezeichnung Trieben stammt vom slawischen trebiti (roden).

Contents

• Geographie
• Geschichte
• Religionen
• Sicherheit
• Bildung
• Sport
• Politik
• Gemeinderat
• Wappen
• Literatur
• Weblinks

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Geographie

Die Stadtgemeinde Trieben hat eine Gesamtfläche von 45,537 Quadratkilometern.

Trieben liegt an der Scheide zwischen Rottenmanner Tauern und Seckauer Tauern.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende vier Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2025cite-ref-metadaten-einwohnerzahl-at-ortschaft-quelle-1-0[1]):

• Dietmannsdorf bei Trieben (475) samt Obersonnberg und Untersonnberg
• Sankt Lorenzen im Paltental (293) samt Lorenzergraben
• Schwarzenbach (195) samt Sportplatzsiedlung-Nord
• Trieben (2334)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Dietmannsdorf, St. Lorenzen, Schwarzenbach und Trieben.

Nachbargemeinden

Trieben grenzt an die Gemeinden Gaishorn am See, Hohentauern (Bezirk Murtal), Rottenmann und Admont.

Geschichte

Das früheste Schriftzeugnis ist von 1130–35 und ist ident mit der heutigen Schreibung. Der Name geht auf slawisch trebiti (roden) zurück.cite-ref-2[2]

Im November 2008 wurde bekannt, dass in der Gemeinde Trieben Abgaben nicht eingehoben, Rechnungsabschlüsse manipuliert und Darlehen doppelt ausgezahlt wurden. Es entstand über die Jahre ein Schuldenstand von 30 Millionen Euro. Das ist statistisch gesehen mehr als das doppelte Pro-Kopf-Verschulden als in der Landeshauptstadt Graz. Folglich wurde der Gemeinderat aufgelöst und ein Kommissär zur Erstellung eines Sanierungskonzeptes geschickt. Das Land gewährte überdies ein zinsloses Darlehen. Am 4. Oktober 2009 wurde ein neuer Gemeinderat gewählt.cite-ref-3[3]

Bevölkerungsentwicklung

Religionen

Im Jahr 1955 wurde aufgrund der stetig wachsenden Bevölkerung die Stadtpfarre zum hl. Andreas gegründet und Trieben von der ursprünglichen Pfarre Sankt Lorenzen im Paltental abgetrennt. Die „neue Andreaskirche“ wurde am 1. September 1963 geweiht.cite-ref-4[4]

Kultur und SehenswĂĽrdigkeiten

Siehe auch:

Liste der denkmalgeschĂĽtzten Objekte in Trieben

• Magnesitkugel am Hauptplatz
• Musikkapelle: Der Ort hat 2 Musikkapellen. Die Werks- und Stadtmusikkapelle und die Musikkapelle St. Lorenzen.
• Trachtenverein D´Triebenstoana: Der Trachtenverein wurde im Jahre 1959 gegründet. Ziel des Vereines ist es Kulturgut wie steirischen Tanz und Schuhplattler zu erhalten. Es besteht auch eine Jugendgruppe.

Wirtschaft und Infrastruktur

Ansässige Unternehmen

• MACO: Die Firma Maco ist einer der führenden Fensterbeschlägehersteller der Welt. Der Standort in Trieben bietet für etwa 1200 Menschen Arbeit (Stand: Mai 2009). Somit zählt die MACO zu den größten Arbeitgebern im gesamten Enns- und Paltental. Das Produktionswerk in Trieben wurde nach modernsten Erkenntnissen errichtet und in der Folge kontinuierlich ausgebaut. Hier wird der größte Anteil der MACO-Produktpalette gefertigt. Das Fertigungsprogramm umfasst im Wesentlichen Dreh- und Drehkippbeschläge, englische Kantenverschlüsse und Griffe. Das Werk verfügt über modernste, nach ergonomischen Gesichtspunkten eingerichtete Arbeitsplätze und umweltfreundliche Anlagen. Ähnlich wie im Werk Salzburg ist auch hier die Fertigungstiefe sehr groß. Ein wichtiger Bestandteil ist der eigene Werkzeug- und Sondermaschinenbau. Zudem steht in Trieben ein modernes MACO-Logistikzentrum mit einem vollautomatischen Zentrallager mit ca. 30.000 EURO – Palettenplätzen. Damit werden sämtliche Niederlassungen und Vertriebspartner in den ausländischen Märkten versorgt. Trieben hat sich somit zur logistischen Drehscheibe für ganz Europa entwickelt.
• RHI AG, ehemals Veitscher Magnesitwerke, Veitsch-Radex GmbH:cite-ref-5[5] Das Werk Trieben war bis zur Betriebsschließung 2021cite-ref-6[6] Teil des weltweit führenden Anbieters von Feuerfestprodukten für die Stahl-, Nichteisen-, Glas- und Zementindustrie, wobei die Stahlindustrie mit 70 % Hauptabnehmer ist. Es handelt sich dabei vorwiegend um Produkte aus in der Natur vorkommendem Magnesit als Ausgangsmineral, welches durch einen Brennprozess in Sinter umgewandelt werden muss. Die Sinterproduktion aus Rohmagnesit des Bergbaues Hohentauern wurde Ende 1991 aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. Hauptproduktionszweig des ehemaligen Werkes Trieben war die Steinfabrik. Hier wurden basische, feuerfeste Steine für die verschiedensten Abnehmerindustrien hergestellt. Von 310 Mitarbeitern wurden 65.000 t Steine und 30.000 t Sinter erzeugt. Eine seit Inbetriebnahme 1975 nicht zu übersehende Landmarke ist der 144 Meter hohe Zentralkamin („Langer Ernst“). Am 26. Juli 2025 wurde das 70 m hohe Werksgebäude aus 1500 t Stahl gesprengt, am 18. Oktober 2025 der Schlot.cite-ref-7[7]cite-ref-8[8]

Sicherheit

Es bestehen Freiwillige Feuerwehren in Trieben, Sankt Lorenzen und Dietmannsdorf. Die Firma RHI unterhielt eine Betriebsfeuerwehr, die im Einsatzfall auch ins Gemeindegebiet ausrĂĽckte.

Bildung

• Privatkindergarten
• öffentlicher Kindergarten
• Volksschule
• Mittelschule
• Höhere Technische Lehranstalt (Außenstelle der HTL Zeltweg und HTL Kapfenberg)
• Öffentliche Bücherei Dietmannsdorf

Sport

Der ARBĂ– ist mit einem Radsportclub vertreten.cite-ref-9[9] Weitere Vereine decken unter anderem die Sportarten SportschieĂźen, StockschieĂźen, Dart, Billard, Enducross und FuĂźball ab. Die Union ist mit dem Sportfliegerclub Trieben vertreten, der den Flugplatz Trieben betreibt.cite-ref-10[10]

Durch Trieben führt der Eisenwurzenweg, ein österreichischer Weitwanderweg.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 21 Mitglieder.

• Mit den Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2000 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 19 SPÖ, 1 ÖVP und 1 FPÖ.
• Mit den Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 17 SPÖ und 4 ÖVP.
• Mit den Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 13 SPÖ, 5 ÖVP, 2 Partei-Unabhängige Freie Liste Trieben und 1 FPÖ.
• Mit den Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 13 SPÖ, 4 ÖVP, 2 FPÖ, und 2 KPÖ (1 Mandat unbesetzt, da nur ein Kandidat auf der Liste der KPÖ war.).cite-ref-11[11]
• Mit den Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2020 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 13 SPÖ, 3 ÖVP, 2 Grüne, 2 FPÖ und 1 KPÖ.cite-ref-stmkgrw2020-61247-12-0[12]

BĂĽrgermeister

• 1960–1987 Hans Grassegger (SPÖ)
• 1987–1997 Gerhard Schweiger (SPÖ)
• 1997–2007 Friedrich Weissenbacher (SPÖ)
• 2007–2008 Harald Stangl (SPÖ)
• 2008–2009 Regierungskommissär Friedrich Zachcite-ref-13[13]
• 2009–2024 Helmut Schöttl (SPÖ)cite-ref-14[14]
• seit 2024 Klaus-Emmerich Herzmaier (SPÖ)

Wappen

Das Triebener Wappen wurde 1956 verliehen und zeigt im goldenen Schild einen grünen Dreiberg, mit gekreuzten goldenen Berghämmern, Schlegel und Eisen belegt. Darüber ein Radschuh mit Kette und Haken.cite-ref-0-15-0[15]

Gemeindepartnerschaften

• seit 1963 Quierschiedcite-ref-0-15-1[15]

Persönlichkeiten

EhrenbĂĽrger der Gemeinde

• 1986: Hans Gross (1930–1992), Landeshauptmann-Stellvertreter
• Benedikt Schlömicher (1930–2005), 66. Abt von Admont
• Bruno Hubl (* 1947), 67. Abt von Admont
• Gebhard Grünfelder (* 1938), ehemaliger Direktor des Stiftsgymnasiums Admont
• Gerhard Hafner (* 1964), 68. Abt von Admont

Söhne und Töchter der Gemeinde

• Erich Hable (1911–2001), Lehrer und Ornithologe
• Erich Tadler (* 1958), Politiker
• Gerhard Hafner (* 1964), Abt von Admont
• Ewald Persch (* 1964), Politiker
• Eva Berger (* 1995), Triathletin

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

• Eva Jansenberger (* 1964), Künstlerin und Philosophin

Literatur

• F. Wolgemuth: Trieben 900 – Heimatbuch einer Marktgemeinde. Trieben, 1974.

Weblinks

Commons

: Trieben

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

• 61247 – Trieben. Gemeindedaten der Statistik Austria
• Steiermark360, 360°-Panorama Trieben (Luftaufnahme)

Einzelnachweise

cite-note-metadaten-einwohnerzahl-at-ortschaft-quelle-11. ↑ Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2025 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2025), (ODS, 500 KB)
cite-note-22. ↑ Fritz Frhr. Lochner von Hüttenbach: Zum Namengut des Frühmittelalters in der Steiermark (= Zeitschrift des Historischen Vereines für Steiermark. Band 99). Böhlau Verlag, Wien 2008, S. 31 (historischerverein-stmk.at [PDF; 16,9 MB]).
cite-note-33. ↑ Finanzchaos: Gemeinderat in Trieben aufgelöst. ORF Steiermark, 18. November 2008, abgerufen am 23. Juni 2025.
cite-note-44. ↑ http://pfarrverband-trieben.graz-seckau.at
cite-note-55. ↑ Gerald Suessmaier: Das Werk Trieben der RHI AG von 1938 bis 1995. Eine betriebshistorische Analyse. Masterarbeit KF-Univ. Graz, o. D. (Abstract, uni-graz.at).
cite-note-66. ↑ Gerhard Pliem: Ende einer Ära: Die letzten 20 Mitarbeiter müssen das RHI-Werk in Trieben verlassen. In: kleinezeitung.at. 27. September 2021, abgerufen am 25. Februar 2024.
cite-note-77. ↑ Trieben : 70 Meter hohes Fabriksgebäude gesprengt. In: orf.at. 26. Juli 2025, abgerufen am 27. Juli 2025.
cite-note-88. ↑ "Langer Ernst" ist gefallen: Spektakuläre Sprengung eines steirischen Industriedenkmals. Abgerufen am 18. Oktober 2025 (österreichisches Deutsch).
cite-note-99. ↑ 10 Jahre RC ARBÖ Trieben. In: blo24.at. Abgerufen am 8. März 2021.
cite-note-1010. ↑ Sportvereine. In: trieben.net. Stadtgemeinde Trieben, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 13. April 2021; abgerufen am 8. März 2021. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.trieben.net
cite-note-1111. ↑ Herbe Verluste, doch SPÖ bleibt Nummer 1. Kleine Zeitung, 4. Oktober 2009, archiviert vom Original am 30. Dezember 2009; abgerufen am 5. Oktober 2009.
cite-note-stmkgrw2020-61247-1212. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2020 in Trieben. Land Steiermark, 28. Juni 2020, abgerufen am 25. Juli 2020.
cite-note-1313. ↑ Bürgermeister der Stadt Trieben
cite-note-1414. ↑ Bürgermeister und Gemeinderat
cite-note-0-1515. ↑ Über Trieben. Stadtgemeinde Trieben, abgerufen am 25. Oktober 2021 (deutsch).